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Telematikinfrastruktur: Digitalisierung mit Leichtigkeit

Im Gesundheitswesen ist einiges los. Die Corona-Pandemie hat zu Tage gefördert, was eigentlich schon lange klar war. Unsere Welt muss digitaler werden und ist in vielen Teilen schon sehr viel digitaler geworden. Doch im Gesundheitswesen gibt es in Sachen Digitalisierung noch einiges zu tun. Die Grundlage für ein digitales Gesundheitswesen ist die Telematikinfrastruktur (TI). Sie ist eine sichere Datenautobahn und bildet das Grundgerüst, das den sicheren Austausch von digitalen Gesundheitsdaten zwischen verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen erst möglich macht. Dazu werden alle Beteiligten wie in einem Firmen-Intranet miteinander vernetzt. Auf dieses Netzwerk kann man nur zugreifen, wenn man die richtigen Zugangsdaten und die erforderlichen technischen Voraussetzungen besitzt, denn es handelt sich um sehr sensible Daten, die natürlich entsprechend geschützt werden müssen. An die TI können sich z.B. Ärzte, Apotheker, Hebammen, Therapeuten und im Laufe der Zeit grundsätzlich alle Akteure im Gesundheitswesen anschließen und auf sichere Art Daten miteinander austauschen. Inzwischen hat sich schon einiges getan, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen entsprechend voran zu treiben. Wir sprachen mit den Geschäftsführern der opta data Gruppe Andreas Fischer und Mark Steinbach über den Stand der Dinge in Sachen Telematikinfrastruktur.

 

Telematikinfrastruktur

Herr Fischer, die Digitalisierung macht natürlich auch vor dem Gesundheitswesen nicht Halt. Wie ist der Stand der Dinge? Was hat sich in Sachen Telematikinfrastruktur in der letzten Zeit getan?

Andreas Fischer: Ja in der Tat, es geht ganz gut voran mit der Telematikinfrastruktur und für alle Akteure des Gesundheitswesens gibt es gesetzlich vorgegebene Daten und Fristen zur Anbindung an die TI. Als erste Berufsgruppe werden die Ärtz:innen und Psychotherapeut:innen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen. Dieser Prozess ist mittlerweile so gut wie abgeschlossen. Die Kliniken und Apotheken sind bereits auch mitten in Anschlussprozess. Durch unsere Partner haben wir in der opta data Gruppe bis heute nahezu 90.000 Leistungserbringern den Zugang zur TI ermöglicht und sind damit Marktführer.

Das hört sich ja wirklich gut an. Herr Steinbach, welche konkreten Vorteile bringt denn die Telematikinfrastruktur mit sich?

Mark Steinbach: Die Telematikinfrastruktur bringt viele Vorteile mit sich, denn sie macht Patientendaten zentral und sicher für alle Leistungserbringer greifbar. Lästiges faxen oder Hin- und Herschicken von Unterlagen entfällt und die Kommunikation wird durch den Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen deutlich einfacher für alle Seiten. Für die Patient:innen bedeutet das dann, dass man nur noch mit der elektronischen Gesundheitskarte zum Arzt gehen muss, um einen Termin wahrnehmen zu können und keine weiteren Unterlagen braucht. Die Ärtz:innen können dann durch die elektronische Patientenakte (ePA) schon auf Dokumente aus der Krankengeschichte elektronisch zugreifen, sich beispielsweise Röntgenbilder, Medikationspläne oder verordnete Therapien ansehen. Auch Videosprechstunden sind dann auf diese Weise einfach umsetzbar. Diese Vorteile gelten aber natürlich nicht nur für die Patient:innen sondern auch für die Leistungserbringer. Man kann sich viel einfacher ein umfassendes Gesamtbild von dem Gesundheitszustand der Patient:innen machen, die Behandlung und Therapien effizienter dokumentieren und auch der  elektronische Medikationsplan, der ab Mitte 2021 verfügbar sein soll, ist für die Patient:innen sicherer, weil Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auch sicher vermieden werden können, um nur einige Vorteile zu nennen. Darüber hinaus wird natürlich auch durch das eRezept die gesamte Papier Bürokratie entfallen, was nicht nur der Umwelt zugutekommt, sondern auch sonst einiges vereinfacht.

Das klingt doch toll und macht Hoffnung, dass in Zukunft der bürokratische Aufwand im Gesundheitswesen durch die Digitalisierung deutlich einfacher wird. Warum ist opta data der richtige Partner beim Thema TI, Herr Fischer?

Andreas Fischer: Den ersten Punkt habe ich ja eben schon erwähnt. Dank unserer Partner haben wir bereits 90.000 Leistungserbringer an die Telematikinfrastruktur angeschlossen und haben demnach den Prozess von Anfang an mitgestaltet und sind ganz eng dabei. Wir besitzen das nötige Wissen, die Erfahrung, die Technik und die Prozesse. Durch die Einführung des eRezeptes/ eVerordnung werden sich auch die Prozesse bei den Leistungserbringern ändern. Hier haben und werden wir mit allen Berufsgruppen, die wir betreuen (z.B. Hebammen, Orthopädietechniker, Physiotherapeutinnen) Pilotprojekte starten, um mit den Leistungserbringern gemeinsam die Prozesse neu zu denken und zu gestalten. Wer Interesse an einem Pilotprojekt hat, kann gerne auf uns zukommen.
 

Für viele Menschen ist Digitalisierung ein Buzz-Word, mit dem sie nichts anfangen können. Das heißt, sie wissen nicht, was auf sie zukommt und haben oft Sorgen vor dem Unbekannten. Was sagen Sie diesen Menschen und wie kann opta data bei der Anbindung helfen, Herr Steinbach?

Mark Steinbach: Wir bieten unseren Kund:innen das Rundum-Sorglos-Paket an und machen damit die Digitalisierung für alle zur Leichtigkeit. Niemand soll sich Sorgen machen oder in Panik verfallen. Für viele Akteure im Gesundheitswesen ist die TI ja momentan noch in der Vorbereitungsphase und unsere Kund:innen können sich gerade noch entspannt zurücklehnen. Wir halten alle Berufsgruppen mit den wichtigsten Informationen auf dem Laufenden und informieren sie, wenn es Neuigkeiten gibt. Sobald dann ein Anschluss an die TI möglich ist, installieren wir dafür lediglich ein Kartenterminal und verwalten die restliche Technik in unserem Rechenzentrum. Ohne die aufwändige Installation vor Ort läuft der Betrieb wie gewohnt weiter. Unsere Kund:innen brauchen also keine Hardware und haben auch keinen Ärger mit irgendwelchen komplizierten Geräten. Wir kümmern uns um alles.

Herr Fischer, welche Voraussetzungen brauche ich denn als Kund:in im ersten Schritt, um an die TI angeschlossen werden zu können?

Andreas Fischer: Grundvoraussetzung für den Zugang ist ein PC mit funktionierender Internetverbindung. Darüber hinaus wird ein von der gematik zugelassenes Kartenterminal benötigt, welches sich mit dem eHealth Konnektor in unserem Rechenzentrum mittels VPN-Zugangsdienst verbindet. Alle benötigten Komponenten werden von uns bereitgestellt und in Betrieb genommen. Unsere Kund:innen brauchen sich keine Sorgen zu machen, sie werden von uns an die Hand genommen und begleitet.

Wie ist denn nun der weitere Zeitplan? Wie geht es weiter mit der Telematikinfrastruktur, Herr Steinbach?

Mark Steinbach: Der Zeitplan, wann welche Berufsgruppe an die TI angeschlossen wird, ist sehr unterschiedlich. Wie Andreas Fischer schon gesagt hat, sind zuerst die Ärtze:innen und Physiotherapeut:innen an die TI angeschlossen worden. Dieser Prozess ist bereits gesetzlich vorgeschrieben und fast beendet. Leistungserbringer der Physiotherapie, Pflegebetriebe und Hebammen können sich zum 1. Juli 2021 freiwillig an die Telematikinfrastruktur anbinden lassen.
Aktuell läuft die Anbindung von Apotheken und Krankenhäusern. Für alle Akteure des Gesundheitswesens gibt das DVG und DVPMG passende Fristen vor, um eine TI-Anbindung rechtzeitig planen zu können. Für Hilfs- und Heilmittelbetriebe ist eine freiwillige TI-Anbindung ab 2024 möglich. Gesetzlich verpflichtend wird der TI-Anschluss für Pflegebetriebe in 2024, für Hilfs- und Heilmittel sieht der Gesetzgeber eine Verpflichtung zum Jahr 2026 vor.

 

Vielen Dank für das interessante Gespräch Herr Fischer und Herr Steinbach.

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