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Ich bin jetzt Du für Sie

opta data führt Duz-Kultur ein

Seit dem 1. Oktober 2021 sind in der opta data Gruppe nun alle untereinander per DU. Das angestaubte SIE und die Anreden mit Herr Müller und Frau Meier gibt es in den Teams nicht mehr. Hier spricht sich nun jeder mit DU und mit dem Vornamen an. Die Idee, eine offizielle Duz-Kultur intern in der Unternehmensgruppe einzuführen, kam allerdings nicht aus der Führungsriege, sondern aus der Belegschaft. Uns haben die Geschäftsführer Mark Steinbach und Andreas Fischer im Interview erzählt, wie die Idee entstanden ist und warum sie sich für eine Duz-Kultur entschieden haben.

Mark und Andreas, wir sind direkt mal so frech und sagen Du. Ihr habt mit einer sechswöchigen Kampagne bei opta data gruppenweit eine offizielle interne Duz-Kultur eingeführt. Wie kam es dazu?

Mark: Wir haben Ende 2020 eine gruppenweite Initiative gestartet, die sich mit der Zukunftsfähigkeit und der Transformation der opta data Gruppe beschäftigt. Das Besondere an dieser Initiative ist, dass alle Kolleginnen und Kollegen an verschiedenen Themen mitarbeiten konnten und auch selbst Ideen vorschlagen konnten. Und die Duz-Kultur war ein Vorschlag von Kolleginnen und Kollegen, die sich explizit mit dem Thema Unternehmenskultur der Zukunft beschäftigt haben.

Und wie war eure Reaktion, Andreas? Wart ihr direkt begeistert?

Andreas: Wir waren sehr offen für neue Ideen und Vorschläge und haben uns erstmal neutral angehört, was das Team erarbeitet hat. Man hat sich ja sehr viel Mühe gegeben, das Thema genau zu analysieren, das Für und Wider zu beleuchten und Best-Practise-Beispiele von anderen Unternehmen zu zeigen. Ich muss aber auch sagen, dass das Thema nicht bei jedem in der Führungsriege auf Begeisterung gestoßen ist und es bei dem ein oder anderen schon etwas Überzeugung gebraucht hat.

Durch eine Duz-Kultur wird ja vieles einfacher? Warum tun sich manche Menschen damit so schwer?

Mark: Wir sind ja ein Unternehmen, das mit einer unserer Kerndienstleistung Abrechnung und den Finanzdienstleitungen in einer doch eher etwas konservativen Branche unterwegs ist. Da hat sich das höfliche geschäftsmäßige Sie, so wie es ja nun mal auch im Knigge steht, bisher immer bewährt. Außerdem sind wir hier in Deutschland Nachzügler auf dem Gebiet. Aber andere Länder haben es auch deutlich einfacher, da gibt es nämlich sprachlich gar keine Unterscheidung zwischen DU und SIE.

Warum hat sich das DU nun trotz der anfänglichen Skepsis dann doch durchgesetzt?

Andreas: Die Vorteile überwiegen. Wir sind ein Familienunternehmen und in den Familien ist man schließlich auch nicht per SIE unterwegs, sondern duzt sich. Wir wollen die Kommunikation vereinheitlichen und vereinfachen, wir möchten Distanzen und Hürden abbauen und wollen den Kolleginnen und Kollegen die Chance geben, in den Teams und in der Zusammenarbeit näher zusammen zu rücken. Wir möchten nicht, dass ein SIE als Führungsinstrument dafür benutzt wird, um sich Respekt und Gehör zu verschaffen. Das geht auch auf andere Weise. Uns ist es einfach ein Anliegen, dass in der opta data Gruppe jeder gleich behandelt wird und jede:r geduzt werden darf, egal ob Hausmeister:in, Auszubildende:r oder Geschäftsführer:in.

Klingt nach einer tollen Sache. Und wie war die Reaktion in der Belegschaft?

Mark: Die Reaktionen waren rund herum positiv. Es gab viel gutes Feedback und viele Kolleg:innen, die unsere Duz-Kultur aktiv unterstützt haben. Wir haben ja ab Mitte August eine interne Kampagne zur Duz-Kultur gestartet. Viele Kolleginnen und Kollegen aus ganz unterschiedlichen Bereichen haben bei der Kampagne mitgemacht, haben kurze Videos produziert und erzählt, warum sie die Duz-Kultur so klasse finden. Und jetzt ist es Wirklichkeit. Seit dem 1. Oktober 2021 duzen wir uns intern alle und es fühlt sich jetzt schon völlig normal an, als wäre es nie anders gewesen.

Ich kann mir vorstellen, dass sich viele Menschen schwer tun, auf einmal den Chef zu duzen, den man 10 Jahre gesiezt hat? Gab es da Vorbehalte?

Andreas: Ja, natürlich gab es die. Man möchte ja nicht unhöflich oder respektlos ein. Und genau aus diesem Grund haben wir diese Kampagne ins Leben gerufen, um Vorbehalte abzubauen, die Duz-Kultur genau zu erklären und auch zu sagen, dass es völlig ok ist, wenn du ab dem 1. Oktober alle duzt. Auch deinen Chef. Das hat etwas mit unsere Kultur zu tun und ist weder respektlos, noch unhöflich. Wichtig war uns auch, dass letztlich alle Führungskräfte der ersten Ebene hinter unserer Kultur stehen und das fördern.

Gilt die Duz-Kultur denn jetzt wirklich für alle?

Mark: Es gilt für alle Gruppenunternehmen intern, aber nur für die Kolleginnen und Kollegen, die das auch möchten. Uns ist es sehr wichtig, die Persönlichkeitsrechte von allen zu berücksichtigen und natürlich muss sich niemand duzen lassen, der/die das partout nicht möchte. Das respektieren und akzeptieren wir.  Darüber hinaus führen wir die Duz-Kultur aber auch für den Recruiting-Prozess ein. Auf der Suche nach neuen potenziellen Kolleginnen und Kollegen werden wir also auch zum DU übergehen. In der Kundenansprache und in der Kommunikation mit unseren Kund:innen und Geschäftspartner:innen werden wir aber natürlich beim SIE bleiben.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.